Make.com auf Deutsch: Anleitung für Anfänger 2026

Make.com einfach auf Deutsch erklärt: So funktionieren Szenarien, Module und Credits. Mit ehrlicher Kostenübersicht, Vor- und Nachteilen sowie einer ersten Automatisierung für Anfänger.

Make.com verbindet Apps und erledigt wiederkehrende Aufgaben automatisch. In dieser Anleitung lernst du die wichtigsten Begriffe, verstehst Credits und baust deinen ersten sinnvollen Ablauf – ohne Programmierkenntnisse.

Von MiligenzaAktualisiert: 4. Oktober 2026Lesedauer: ca. 7 Minuten
Anwender plant eine Make.com-Automatisierung am Laptop
Ein klarer Aufbau macht Automatisierungen leichter verständlich und wartbar.

Was ist Make.com?

Make.com ist eine visuelle Plattform für Automatisierungen. Du verbindest Dienste wie Google Sheets, Gmail, Slack, Notion oder viele andere Apps miteinander. Sobald ein festgelegtes Ereignis eintritt, führt Make die nächsten Schritte automatisch aus.

Ein einfaches Beispiel: In einer Tabelle erscheint eine neue Zeile. Make erkennt sie und verschickt automatisch eine Nachricht an die zuständige Person. Statt Daten von Hand zu kopieren, legst du den Ablauf einmal fest.

Die offizielle Make-Dokumentation nennt solche automatisierten Arbeitsabläufe Szenarien. Sie können streng nach festen Regeln arbeiten oder an bestimmten Stellen KI-Module einsetzen. Für den Einstieg ist ein einfacher, regelbasierter Ablauf meist die beste Wahl.

Die wichtigsten Begriffe ohne Fachchinesisch

BegriffEinfache ErklärungBeispiel
SzenarioDer vollständige automatisierte AblaufNeue Tabellenzeile erkennen und Nachricht senden
ModulEin einzelner Schritt in diesem Ablauf„Neue Zeile beobachten“ oder „E-Mail senden“
TriggerDas Ereignis, das den Ablauf startetEine neue Formularantwort kommt an
VerbindungDie sichere Verknüpfung zu einem anderen DienstDein Google-Konto mit Make verbinden
BundleEin Datenpaket, das verarbeitet wirdEin Kontakt mit Name und E-Mail-Adresse
OperationEin ausgeführter Modul-SchrittEine E-Mail wird tatsächlich versendet

Stell dir ein Szenario wie eine kleine Produktionsstraße vor: Der Trigger legt das erste Datenpaket auf das Band. Jedes Modul erledigt danach genau eine Aufgabe und reicht das Ergebnis weiter.

Wie funktionieren Credits bei Make?

Make unterscheidet heute zwischen Operationen und Credits. Eine Operation beschreibt, was ein Modul ausgeführt hat. Credits sind die Einheit, die du für die Nutzung verbrauchst. Bei den meisten klassischen App-Modulen gilt standardmäßig: eine Operation entspricht einem Credit. Bei bestimmten KI-Funktionen kann der Verbrauch zusätzlich von Tokens oder anderen Faktoren abhängen.

Wichtig: Wenn ein Modul zehn einzelne Datensätze verarbeitet, kann es zehnmal laufen. Mehr Datenpakete können deshalb den Verbrauch in späteren Modulen vervielfachen. Prüfe nach Testläufen die kleinen Ausführungsblasen über den Modulen – dort siehst du Operationen und Credits.

Deine erste Automatisierung in 7 Schritten

Unser Beispiel verbindet Google Sheets → Gmail: Eine neue Tabellenzeile wird zu einer E-Mail an deine eigene Adresse. Verwende für den Einstieg ausschließlich erfundene Daten.

  1. Tabelle vorbereiten: Lege ein Tabellenblatt „Anfragen“ an. Schreibe in A1 „Name“, in B1 „E-Mail“ und in C1 „Anfrage“. Lass Zeile 2 zunächst leer.
  2. Szenario anlegen: Öffne in Make ein neues Szenario. Wähle Google Sheets → Watch New Rows als erstes Modul.
  3. Google-Konto verbinden: Erstelle eine Verbindung und lies die angeforderten Berechtigungen. Wähle danach deine Tabelle und das Blatt „Anfragen“. Gib an, dass Zeile 1 Überschriften enthält, und setze das Limit für den Test auf 1.
  4. Startpunkt wählen: Speichere das Modul. Wähle beim Startpunkt neue Zeilen ab jetzt („From now on“), damit alte Einträge nicht versehentlich versendet werden. Trage anschließend in Zeile 2 „Anna Test“, „test@example.com“ und „Bitte um Informationen“ ein. Starte Run once und kontrolliere im Ausgabe-Bundle die drei Werte.
  5. E-Mail-Modul ergänzen: Füge Gmail → Send an email hinzu und verbinde dein Konto. Trage bei To deine eigene erreichbare E-Mail-Adresse ein. Verwende im Betreff „Neue Anfrage: “ und füge das Feld Name aus dem Google-Sheets-Modul über das Mapping ein. Übernimm Anfrage in den Nachrichtentext. Die Beispieladresse aus Spalte B dient nur als Inhalt, nicht als Empfänger.
  6. Gesamten Ablauf testen: Speichere beide Module, ergänze eine weitere Testzeile und starte Run once. Prüfe das Google-Sheets-Bundle, die Gmail-Ausgabe und deinen Posteingang. Erfolg heißt: Eine E-Mail mit den Werten der neuen Zeile ist angekommen.
  7. Zeitplan einschalten: Erst nach erfolgreichem Test aktivierst du einen passenden Zeitplan. Watch New Rows fragt regelmäßig ab; es ist kein sofortiger Webhook. Im Free-Tarif beträgt das minimale geplante Intervall derzeit 15 Minuten.

Die ausführliche Google-Sheets-Anleitung zeigt die Konfiguration mit Screenshots. Den tatsächlichen Verbrauch kontrollierst du nach jedem Test in der Ausführungshistorie.

Drei typische Anfängerfehler

  • Zu groß anfangen: Ein Szenario mit vielen Apps und Verzweigungen ist schwer zu testen. Starte mit zwei Modulen.
  • Den Verbrauch nicht beobachten: Viele eingehende Datenpakete können spätere Schritte mehrfach auslösen.
  • Fehlerfälle vergessen: Prüfe, was passiert, wenn ein Feld leer ist oder eine verbundene App kurzzeitig nicht antwortet.

Vor- und Nachteile von Make.com

Das spricht dafür

  • Visueller Aufbau statt klassischer Programmierung
  • Viele Apps und flexible Datenverarbeitung
  • Kleine Abläufe lassen sich kostenlos ausprobieren
  • Testdaten sind direkt an den Modulen sichtbar

Das solltest du wissen

  • Komplexe Szenarien brauchen Einarbeitung
  • Fehlerhafte Abläufe können unnötig Credits verbrauchen
  • Datenschutz und Zugriffsrechte müssen geprüft werden
  • Tarife und KI-Verbrauch können sich ändern

Mein Fazit

Make.com eignet sich gut, wenn du wiederkehrende digitale Arbeitsschritte verbinden willst und bereit bist, den Ablauf einmal sorgfältig zu testen. Für den Einstieg brauchst du kein großes Projekt: Zwei Module und echte Testdaten reichen.

Nächster sinnvoller Schritt: Notiere eine Aufgabe, die du mindestens einmal pro Woche wiederholst, und formuliere sie als „Wenn …, dann …“.

Kostenlos mit Make starten →Gekennzeichneter Affiliate-Link; keine Mehrkosten für dich.

Häufige Fragen zu Make.com

Ist Make.com kostenlos?

Es gibt einen kostenlosen Tarif. Laut aktueller Preisübersicht umfasst er 1.000 Credits pro Monat. Prüfe die jeweils aktuellen Bedingungen direkt bei Make.

Brauche ich Programmierkenntnisse?

Für einfache Szenarien nicht. Ein grundlegendes Verständnis von Datenfeldern, Bedingungen und Tests hilft jedoch deutlich.

Was ist der Unterschied zwischen einem Szenario und einem Modul?

Das Szenario ist der komplette Ablauf. Ein Modul ist ein einzelner Schritt innerhalb dieses Ablaufs.

Was kostet eine Ausführung?

Das hängt von den verwendeten Modulen und Datenmengen ab. Bei klassischen Apps entspricht standardmäßig eine Operation einem Credit; bestimmte KI-Funktionen können dynamisch berechnet werden.

Ist Make.com auf Deutsch verfügbar?

Die Oberfläche und Dokumentation können je nach Bereich überwiegend englisch sein. Die visuellen Abläufe lassen sich trotzdem gut erlernen; Miligenza erklärt die wichtigsten Schritte auf Deutsch.

Quellen und Transparenz

Dieser Beitrag wurde anhand der offiziellen Make-Dokumentation zu Szenarien, Operationen, Credits und dem ersten Szenario geprüft. Stand: 4. Oktober 2026. Miligenza ist nicht Make.com. Der Beitrag erklärt die Plattform unabhängig und ersetzt nicht die offizielle Dokumentation.